Stimuli

Großmutterwangenfleisch

Eisig, der Druck, der immer kommt, wenn sie die Großmutter zu lange betrachtet, deren Finger, bläulich, faltige Hände, die hat sie einst gehalten am Beginn vieler Nächte, ob die Fingerspitzen das noch wissen oder hat der gesamte Großmutterkörper alles vergessen, das Streicheln, das Waschen, das Kochen, das Tun, wann war die Großmutter zuletzt da gewesen, fragt die Enkelin sich, welcher war der letzte Tag gewesen, an dem sie war, und dann ist sie aufgewacht und war fort, der Mensch, der gelebt hat in ihrem Körper, mit diesen Beinen, Füßen, mit diesem Bauch, der Mensch, der geboren hat und die Brust, die einen anderen genährt hat, wann ist dieser Mensch fortgegangen, an welchem Tag, zu welcher Stunde, nein, das geschah nicht von heute auf morgen, noch schlimmer, denkt die Enkelin und erinnert sich an die Großmutter mit den Handflächen auf den Augen, die Tränen unter diesen Handflächen, Salz, das sich in das Großmutterwangenfleisch gegraben hat, geschluchzt hat sie, ich werd schon ganz deppert, hat sie geklagt, aber nein, haben sie alle beteuert, aber nein …

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Stimuli

Weihnachtsabend

Sie haben es nicht getan, sich nicht aufgerafft, immer weiter verschoben, aufs nächste Jahr, das dann nicht mehr gekommen ist, jedenfalls nicht für die Großeltern. Ob sie es je getan hätten, selbst wenn der Großvater zweihundert Jahre alt geworden wäre, wären sie mit ihm je auf die Teichalm gefahren?

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Stimuli

Hashtag

Sie sollte diese Seite schließen, doch sie ist mittendrin, hineingezogen worden in den Hashtag-Sog, klickt sich von einem zum nächsten, die Themen so praktisch sortiert, wer mehr erfahren will, der findet alles, viel mehr, als er wirklich wissen wollte, und mehr, als er wissen sollte, zu tief eintauchen in das Leben anderer macht nicht zufriedener. Drei Daumenwischer vom Erster-Geburtstag-Posting bis zu dem Foto, nach dem das Kind nur noch wenige Minuten gelebt hat.

Angeheftet
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