Kinderbücher benötigen mehr als formale Fehlerfreiheit, wenngleich es essenziell ist, das Vorlesen durch fehlerfreie Texte flüssig zu gestalten und dadurch die Begeisterung für den Text zu wecken und zu erhalten. Auf Instagram weise ich regelmäßig auf Rechtschreib-, Druck-, Satz- und sonstige Fehler in (Kinder-)Büchern hin, die nicht nur für Verlage, Autorinnen und Autoren, Self-Publisher und Lesende lästig (und auch peinlich) sind, sondern dem Text einen Teil seines Wertes nehmen können. Was aber muss ein Kinderbuchlektorat eigentlich leisten?

Ihr Kinderbuch in Meisterhand

Das Kinderbuchlektorat muss behutsam an die Zielgruppe angepasst werden, die sprachlichen und grafischen Feinheiten müssen nicht nur miteinander harmonieren, sondern einander bedingen, ineinander greifen und sowohl für Vorlesende als auch (selbstlesende) Kinder verständlich sein. Ein vierjähriges Kind hat einen anderen Wortschatz als ein neunjähriges, die Interessen verlagern sich nicht nur thematisch, sondern auch geschlechterbezogen und abhängig von Faktoren, die Autorinnen und Autoren beim Schreiben nicht immer mitdenken. Das Hineinversetzen in die Zielgruppe, ein soziologisches Hintergrundwissen, entwicklungspsychologische Grundlagen und geschlechterstereotypische Vorlieben werden gerne, weil unpopulär, vernachlässigt. Je jünger die Zielgruppe beispielsweise ist, desto wichtiger sind treffgenaue, prägnante Sätze und Bilder, die in die Textwelten entführen, Aha-Momente schaffen und die Freude am Buch zum Leben erwecken.

Schreibende wie Lektorierende müssen in die Köpfe potenzieller kindlicher Leserinnen und Leser schlüpfen. Was darin vorgeht, können Kinder-Zeichnungen offenbaren, die häufig wirr und zusammenhanglos erscheinen, es aber mitnichten sind.

Nicht alles muss (sofort) aufgeklärt, angekündigt, deskribiert werden. Weniger ist hier meist mehr, denn ähnlich wie bei Erwachsenen sind es nicht Umgebungsschilderungen, sondern Befindlichkeiten, vermeintliche Widersprüche, die Kinder und Vorlesende grübeln lassen.

Schreibende wie Lektorierende müssen in die Köpfe potenzieller kindlicher Leserinnen und Leser schlüpfen.

Ergänzen zahlreiche Bilder den Text, sollte die Fantasie der Kinder nicht durch ein Übermaß an Beschreibungen in uniformes Denken umgelenkt werden. Ein gelungenes Kinderbuch meint zudem immer Leseförderung in dem Sinn mit, als es frei von sprachlichen Fehlern, Missverständnissen und inhaltlichen Schwächen ist. Es muss die Vorlesenden und damit in der Folge das Kind packen – nicht nur auf der ersten und letzten Seite, sondern jedes einzelne Wort muss sitzen, keines darf überflüssig sein.

Lautmalerische Elemente, Sprach- und Wortspiele sowie erzählerische Kniffe machen gute Kinderbücher aus.

Was hier niemand braucht und will: Dass ein Buch den (Vor-)Lesenden aufgrund von Tippfehlern, sprachlichen Schwächen und inhaltlicher Ödnis in Erinnerung bleibt. Insbesondere neuere (Verlags-)Publikationen kommen kaum ohne Fehler aus – ein Missstand, der mich sowohl als Germanistin und Lektorin als auch als Lesende und Vorlesende schmerzt.

Die Arbeit an Kinderbüchern ist nur teilweise vergleichbar mit der Arbeit an Texten für erwachsene Rezipientinnen und Rezipienten. Die Rahmenpunkte sind selbstverständlich dieselben:

Das Lektorat optimiert Ihren Text und gibt Rückmeldung darüber, ob Textaufbau und -ziel zusammenpassen. Neben Konzept, Ausdruck und Syntax werden die inhaltliche Umsetzung und die Text-Strukturierung geprüft. Dadurch können methodische, sprachliche und inhaltliche Schwächen gefunden, angemerkt und/oder (je nach Wunsch) redigiert werden. Alle Änderungsvorschläge sind einsehbar, das letzte Wort liegt immer bei der Autorin oder dem Autor. Ein Lektorat dient dazu, eventuelle Schwachstellen aufzudecken und Optimierungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Bei sämtlichen Lektoratsarbeiten werden Orthografie, Interpunktion, Syntax und Grammatik kontrolliert und gegebenenfalls (rückverfolgbar) verbessert, das Korrektorat ist also inkludiert. Zusätzlich zu diesen Leistungen verfeinert und vereinheitlicht das Lektorat Ihren persönlichen Stil und achtet auf die einheitliche und korrekte Schreibweise einzelner Wörter.

Wir alle haben unseren eigenen Stil. Das Textariat legt Wert darauf, den individuellen Sprachduktus keinesfalls zu eliminieren. Ihr Text wird auch nach dem Lektorat nach Ihnen klingen.


Meine Leidenschaft gilt, auch weil ich Mutter eines Kindergarten- und eines Volksschulkindes bin und seit neun Jahren leidenschaftlich vorlese, ordentlich gemachten Kinderbüchern. Darunter verstehe ich solche, die sich von der Masse, von faden, didaktischen Ambitionen, durchschau- und absehbarem Aufbau und Ausgang und von abgedroschenen Klischees abheben. Texte, die Erwachsenen widerstreben, werden auch die Kinder nicht erreichen. Als Mutter und Vorlesende stehe ich für Kinderbücher ein, die beim (Vor-)Lesen nicht fadisieren, sondern Erwachsene mitnehmen in fremde, bunte, andere und erstaunliche (Parallel-)Welten. Bücher, die auf uns ein- und lange nachwirken. Denn nur, wenn der Text auch die Vorlesenden begeistert, kann er die Liebe der Kinder zum Buch wecken, und nur dann können Lesen, Bücher, das gedruckte Wort für Kinder zu etwas werden, das ihnen Möglichkeiten eröffnet, wo der (digitale) Alltag unserer Fantasie immer mehr Grenzen setzt.

Das Kinderbuchlektorat kann aus Ihrem Text ein Meisterwerk machen. Was aber, wenn Sie zwar eine Idee, vielleicht sogar die Illustrationen, aber keine Zeit für die textuelle Umsetzung haben? Gerne erstelle ich die Texte für Ihr Kinderbuch: Ihr Kinderbuch aus Meisterhand.

Mehr zum Ablauf des Kinderbuchlektorats erfahren Sie hier: Ablauf.

Bei Interesse freue ich mich über Ihre Anfrage:


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